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MOST - Media Oriented System Transport

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Das Info­tain­ment Bus­sys­tem MOST (Media Ori­en­ted Sys­tem Trans­port) unter­schei­det sich in einer gan­zen Rei­he von Eigen­schaf­ten deut­lich von den Bus­sys­te­men CAN, LIN und Flex­Ray. Die­se wur­den für Steu­er- und Rege­l­auf­ga­ben in Fahr­zeu­gen ent­wi­ckelt.

MOST – Media Oriented System TransportMOST – Media Ori­en­ted Sys­tem Trans­port

Die Auf­ga­be Audio- und Video­si­gna­le zu trans­por­tie­ren, lässt sich mit den Bitra­ten von CAN, LIN und selbst Flex­Ray nicht oder nur sehr schwer lösen. Des­we­gen wur­de MOST auf eine sehr viel höhe­re Bitra­te aus­ge­legt. Die ers­te Gene­ra­tion hat­te 25 Mbit/s, aus­ge­stat­tet mit einem opti­schen Phy­si­cal-Layer. Dann wur­de auf Wun­sch von japa­ni­schen Her­stel­lern eine Vari­an­te mit einem elek­tri­schen Phy­si­cal-Layer ent­wi­ckelt. Die­se Vari­an­te kann 50 Mbit/s abde­cken. Die neues­te MOST-Gene­ra­tion arbei­tet mit 150 Mbit/s.

Die Ver­net­zung der Info­tain­ment­ge­rä­te Radio, CD/DVD-Wechs­ler, Navi­ga­ti­ons­sys­tem, Tele­fon und TV erfolgt bei MOST mit Hil­fe einer digi­ta­len Über­tra­gung. Dazu wird, jeden­falls bei allen euro­päi­schen Her­stel­lern, zur­zeit ein opti­sches Über­tra­gungs­me­di­um, ein Kunst­stoff-Licht­wel­len­lei­ter ver­wen­det.

MOST – SpezifikationenMOST – Spe­zi­fi­ka­tio­nen

Füh­rend in der Ent­wick­lung des MOST-Sys­tems sind die Fir­men OASIS, heu­te SMSC, Har­man Becker und eine Rei­he von Auto­mo­bil­her­stel­lern. Die­se haben sich in einem Kon­sor­ti­um zusam­men­ge­schlos­sen und 1998 die MOST-Coope­ra­tion gegrün­det. Layer 1 und Layer 2 sind aller­dings durch eine gan­ze Rei­he von Paten­ten der Fir­ma SMSC geschützt. Die­se Patent­ver­ga­be ist rela­tiv restrik­tiv, so dass es heu­te prak­tisch nur Kom­mu­ni­ka­ti­ons­con­trol­ler von SMSC für MOST gibt.

Physical Layer und Bus-Topologie

Der Licht­wel­len­lei­ter erlaubt im Ver­gleich zu elek­tri­schen Sys­te­men zwar eine stö­run­emp­find­li­che Über­tra­gung, benö­tigt aller­dings teu­re Steck­ver­bin­der. Die Bie­gera­di­en von Licht­wel­len­lei­tern sind ein­ge­schränkt. Was die Gestal­tung der Kabel­bäu­me anspruchs­vol­ler macht. Der mög­li­che Tem­pe­ra­tur­be­reich ist eben­falls begrenzt.

Als Topo­lo­gie kommt bei MOST in der Regel eine Ringstruk­tur zum Ein­satz. Die ein­zel­nen Steu­er­ge­rä­te sind jeweils mit einer Punkt zu Punkt-Ver­bin­dung mitein­an­der ver­bun­den. Das heißt, jedes Steu­er­ge­rät hat einen opti­schen Ein­gang und einen opti­schen Aus­gang. Die Licht­si­gna­le wer­den in jedem Steu­er­ge­rät rege­ne­riert.

MOST – Physical Layer und Bus-TopologieMOST – Phy­si­cal Layer und Bus-Topo­lo­gie

Eines der Steu­er­ge­rä­te arbei­tet als Timing-Mas­ter. Die­ses Steu­er­ge­rät erzeugt den Bit-Takt für das opti­sche Signal und erzeugt die Fra­mes. Alle ande­ren Steu­er­ge­rä­te müs­sen sich auf die­sen Bit-Takt syn­chro­ni­sie­ren. Wenn der Timing-Mas­ter oder irgend­ein ande­res Steu­er­ge­rät in die­sem Ring aus­fällt, dann funk­tio­niert der Ring nicht mehr.

Data Link Layer MOST 25

Die Data-Link-Layer Spe­zi­fi­ka­tio­nen der ver­schie­de­nen MOST-Vari­an­ten unter­schei­den sich in eini­gen Details, ins­be­son­de­re in den Zah­len­wer­ten. Die hier genann­ten Zah­len­wer­te bezie­hen sich auf MOST 25 – die 25 Mbit-Vari­an­te von MOST.

Das MOST-Sys­tem trans­por­tiert Daten in so genann­ten Fra­mes, sie­he Abbil­dung. Die Fra­mes haben eine fes­te Fre­quenz von 44 bzw. 48 kHz, das ent­spricht den Abta­stra­ten von CD- bezie­hungs­wei­se DVD-Sys­te­men. Man sieht dar­an die Her­kunft aus der Audio­über­tra­gung.

MOST – Frame- oder BlockformatMOST – Fra­me- oder Block­for­mat

Inner­halb eines Fra­mes haben wir einen Hea­der mit einer Rei­he von Steue­r­in­for­ma­tio­nen, einen Trai­ler mit Feh­ler­über­wa­chungs­in­for­ma­tio­nen und dazwi­schen einen Daten­be­reich. Der Daten­be­reich von 60 Byte Daten unter­teilt sich in einen syn­chro­nen und in einen asyn­chro­nen Teil.

Syn­chro­ne Daten sind unfor­ma­tier­te Daten, zum Bei­spiel Audio-Samp­les, die in einem Zeit­schlitz, einem so genann­ten Kanal über­tra­gen wer­den. Im Gegen­satz zu Flex­Ray kön­nen die Zeit­schlit­ze bei MOST dyna­misch ver­än­dert wer­den. Das heißt, ein Audio-Player kann zum Bei­spiel einen Zeit­schlitz reser­vie­ren, um Daten an einen Ver­stär­ker zu über­tra­gen.

Der asyn­chro­ne Daten­be­reich dient der Über­tra­gung von Daten­pa­ke­ten, zum Bei­spiel TCP/IP oder Navi­ga­ti­ons­da­ten, sie­he Abbil­dung. Er erlaubt inner­halb eines Fra­mes eine Über­tra­gung zwi­schen Null und maxi­mal 36 Bytes. Da ins­ge­samt 60 Bytes Daten ver­füg­bar sind, ver­klei­nern die­se den syn­chro­nen Teil.

MOST – Asynchroner DatenblockMOST – Asyn­chro­ner Daten­block

Da ein asyn­chro­nes Daten­pa­ket bis zu 48 Bytes Nutz­da­ten ent­hal­ten kann, seg­men­tiert der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­con­trol­ler auto­ma­tisch asyn­chro­ne Daten­pa­ke­te. Die­se wer­den dann über meh­re­re Fra­mes ver­teilt über­tra­gen. Außer­dem ent­hal­ten die­se asyn­chro­nen Daten einen Hea­der mit einer Ziel- und einer Quel­l­adres­se sowie einer Rei­he von Steu­er- und Prüf­sum­men­in­for­ma­tio­nen.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit der Daten­über­tra­gung, die aber in der Regel nicht für die Anwen­dun­gen, son­dern vor allem für die Selbst­ver­wal­tung des MOST-Rings genutzt wird, sind die Steu­er­da­ten. Die Steu­er­da­ten umfas­sen je Fra­me nur 2 Byte. Aller­dings exis­tiert auf einer höhe­ren Ebe­ne des Über­tra­gungs­pro­to­kolls ein wei­te­res Block­for­mat, das bis zu 17 Bytes Nutz­da­ten ent­hal­ten kann. 

MOST – SteuerdatenMOST – Steu­er­da­ten

Der Con­trol-Data-Block wird durch den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­con­trol­ler auto­ma­tisch seg­men­tiert –also, über meh­re­re Fra­mes ver­teilt. Der asyn­chro­ne Block und der Steu­er­da­ten­block ent­hal­ten einen Arbi­trie­rungs­me­cha­nis­mus, Ziel- und Quel­l­adres­sen sowie eine Prüf­sum­me. Aller­dings fin­den sich in den frei ver­füg­ba­ren Tei­len der MOST-Spe­zi­fi­ka­tion kei­ne prä­zi­sen Anga­ben dar­über, wie die Arbi­trie­rung funk­tio­niert, was im Feh­ler­fall im Ein­zel­nen geschieht und wel­che zeit­li­chen Garan­ti­en es bei der Über­tra­gung die­ser Daten­blöcke gibt.

Siehe auch

  • Erstellt
    12. Januar 2011
  • Version
    6
  • Geändert
    05. April 2011
  • Zugriffe
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